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Zeit für Heynckes?

6. Oktober 2017 – 15:43. Der FC Bayern gibt via Twitter bekannt, dass Jupp Heynckes neuer Cheftrainer des Bundesligavereins werde und einen Vertrag bis zum Saisonende bekomme. Der 72-Jährige führte die Mannschaft von Willy Sagnol, dem Interimstrainer nach Carlo Ancelotti, aus der Krise zur Meisterschaft. Eine Saison später steckt der neue Chef Niko Kovač mit nur zwei Punkten aus den letzten 4 Pflichtspielen und Tabellenplatz 6 tief in der Kritik. Muss nun der Retter wieder ran?

 

Alles begann 2009. Jürgen Klinsmann wird nach der Niederlage gegen Schalke 04 entlassen, nachdem die wichtigen Spiele der Saison verloren wurden. Man hatte gegen den späteren Meister und amtierenden Tabellenführer VFL Wolfsburg mit 1:5 verloren, war von Barcelona 0:4 abgeschossen worden und hatte nun auch gegen Schalke eine Niederlage hinnehmen müssen. Nach nur 10 Monaten war der ehemalige Bundestrainer gezwungen, seinen Arbeitsplatz an der Säbener Straße zu räumen. Sein Nachfolger – Der Meistertrainer von 1989 und 1990, Jupp Heynckes, sollte den Tabellendritten des 29. Spieltags noch zur Meisterschaft führen. Leider reichte es nicht mehr für das Wunder und der FC Bayern München wurde „nur“ Vize-Meister.

 

Nach der Saison übernimmt Louis van Gaal die Mannschaft, bis er am 9.4. 2011 entlassen wird. Da Jupp aber bei Bayer Leverkusen unter Vertrag steht, beendet Co-Trainer Andries Jonker die Spielzeit. Für die Nächste sichert sich der Münchner Bundesligist seinen Wunschtrainer, der einen 2-Jahres-Vertrag unterzeichnet. 2012 wird man „wieder nur“ Vize-Meister hinter der Borussia aus Dortmund, doch 2013 schafft Heynckes das, was noch keine Bundesligamannschaft zuvor geschafft hatte. Er gewinnt mit den Bayern das Triple, also Bundesliga, DFB-Pokal und die Champions League. Er geht als Held in Rente und zieht sich auf seinen Bauernhof in seiner Heimat zurück.

 

4 Jahre später klingelt Heynckes Telefon. Uli Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge versuchen den Gladbacher aus dem Ruhestand zurückzuholen und schaffen es ihm einen Vertrag bis zum Saisonende anzudrehen. Der Triple-Trainer sei der Einzige, der es schaffe, die von Carlo Ancelotti so zerrüttete Mannschaft wieder zu vereinen. Der inzwischen 72-Jährige betont aber, dass er es aus Dankbarkeit dem FC Bayern gegenüber mache und nur bis zum Ende der Spielzeit. Diesmal macht er aus dem Tabellendritten den Meister. Aus 3 Punkten Rückstand auf Dortmund werden legendäre 31 Punkte Vorsprung auf die Borussia und immerhin 21 auf den Vize-Meister auf Schalke.

 

 

Obwohl die Bayern am 7. Spieltag der Saison auf Platz 6 stehen, steht Trainer Niko Kovač relativ sicher in seinem Amt, da sein System in der Liga funktionierte und die Probleme in den Niederlagen Individuelle. Sollte die Qualifikation für die KO-Runden der Champions League verpassen oder früh im DFB-Pokal ausscheiden, wird die Luft dünner. Doch bis dahin steht die Vereinsführung hinter ihm. Außerdem haben die Verantwortlichen keine wirkliche Alternative. Jupp Heynckes wird, so sehr es sich jeder Bayern-Fan wünschen würde, wohl kaum noch einmal zurückkehren, wie er schon in der vorangegangenen Saison verdeutlichte. Man kann nur hoffen, dass Kovac die individuellen Fehler unter Kontrolle bekommt, sodass die Mannschaft schnell in die Anfangsform der aktuellen Spielzeit findet, in der sie eine Siegesserie von 4 Spielen in der Bundesliga und einem in der Champions League hinlegte.

 

Moritz Kramer

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