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„Männer und Frauen sind gleichberechtigt“ - Über Frauenbewegungen und warum wir einen neuen Feminismus brauchen.

Wie einst Martin Luther King in seiner ergreifenden Rede sagte: „Ich haben einen Traum“, rüttele ich Euch wach und sage: Ich habe einen Traum. Ich habe einen Traum. Ich habe einen Traum, dass eines Tages das Gesetz Wirklichkeit wird und die Bibel Wort hält. Ich habe einen Traum, dass eines Tages Frauen genauso viel für die gleiche Arbeit verdienen wie Männer. Ich habe einen Traum, dass eines Tages keine Unterschiede mehr zwischen Geschlechtern gemacht werden. 


Vor Kurzem erst, als ich mich mit meiner Mutter unterhalten hatte, sprach sie mir gut zu und meinte, ich solle doch direkt nach dem Abitur mit einem Studium beginnen. Grund hierfür? Da man es ja als Frau sowieso dann schwerer hätte zu arbeiten, natürlich verdanken wir dies der Evolution, und dann noch eine Familie irgendwann zu gründen, sich als kompliziert gestaltet. Schließlich begann ich jedoch zu hinterfragen, warum das so ist. Warum verdient heute eine Frau immer noch weniger als ein Mann in der gleichen Position? Warum existieren nach wir vor Klischees wie das, dass Frauen beispielsweise generell in der Mathematik bei weitem nicht so begabt seien wie Männer? Die Antwort ist dennoch leicht - weil die Gesellschaft es lebt und es den jüngeren Generationen vorlebt. Weil jeder sich über Frauenquoten beklagt und beschwert, aber niemand Widerstand leistet und eingreift. Vielleicht sollte man erstmal definieren, was man unter diesem Begriff versteht, Widerstand leisten. Es beinhaltet das Sichwidersetzen oder sich das Sichentgegenstellen gegen eine Tatsache, die der eigenen Meinung nicht zugrunde liegt. Also ist man schlichtweg per definitionem dann ein Feminist/in, wenn man aktiv dagegen handelt oder reagiert und die Tatsache anerkennt, dass Frauen und Männer, trotz Gesetz, dennoch strukturell nicht gleichberechtigt sind. Ergo einmal die Rollenverteilung zu hinterfragen und sich nicht direkt vom Chef mit der Begründung, dass man ja eh bald Kinder kriegen werde, mit einem niedrigeren Gehalt abwürgen zu lassen. Wir Frauen müssen nunmal nach wie vor dafür kämpfen, einstehen und uns solidarisieren, dass wir eines Tages wirklich gleichberechtigt sind. Um eines Tages wirklich gleichberechtigt zu sein, gibt es bereits seit dem 19. Jahrhundert Frauenbewegungen, die genau für das gekämpft haben. Über die Jahre hin entwickelten sich diese natürlich, der jeweiligen politischen Situation angepasst. Dennoch hatten sie alle einen Traum, dass Frauen und Männer endlich gleichberechtigt sind - alle haben sie gekämpft, übrig blieb eine Statista aus 2016 deren Frauenanteil in den Top 200 Unternehmen in Deutschland immer noch nur 8,1% beträgt. Eine traurige und vielsagende Billanz, auf die man hier leider blicken muss. Genau hier stellt sich die Frage, warum legt das Gesetz etwas fest, aber in der Realität hingegen wird das Versprechen gebrochen, das es den Frauen gegeben hat. Ein Versprechen, ein Gefühl nicht etwas minderwertigeres zu sein als ein Mann. Warum wir nun einen neuen Feminismus brauchen? Weil wir eben auch Frauen, genauso stark wie Männer, an Führungspositionen und anderen Posten benötigen, nicht nur um Großes zu erschaffen, sondern auch als Zeichen, dass schließlich die Gleichberechtigung in unserer Gesellschaft voll und ganz etabliert ist! Zerreißt den Mantel der Gleichgültigkeit, den Ihr um Euer Herz gelegt! Also geht dies an alle Frauen da draußen macht und verhaltet Euch mächtig, zeigt der Männerwelt und all den Konservativen da draußen, was Gleichberechtigung bedeutet, bleibt stark und beweißt Euch in der Welt! Denn zuletzt sollten wir versuchen Voltaire mit seinem Zitat Recht zu geben, dass Gott vermutlich die Frau erschaffen hat, um den Mann kleinzukriegen. 


Lena Osterried 

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