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Kampf gegen das Plastik

Sie sind gigantisch und extrem gefährlich für Mensch und Natur: Plastikinseln. Ob im ganzen oder geschreddert in Mikroteilchen - Plastik sammelt sich in den Ozeanen an, weil es biologisch nicht abgebaut wird. Kampagnen von Umweltschutzorganisationen rufen zu mehr Recycling und Einschränkungen in der Plastikverwendung auf. Doch was passiert mit dem Müll, der schon im Meer schwimmt?


Bisher wurde nicht die eine große Lösung gefunden, die das Problem beheben wird. Weltweit haben Umweltschützer und Wissenschaftler unterschiedliche Ansätze. 


In mehr als 100 Ländern organisieren Umweltschutzorganisationen regelmäßig lokale Müllsammelaktionen an Stränden oder stellen Fischern kostenlose Müllsäcke und Container zur Verfügung, damit sie Müll, der sich in den Fischernetzen verfangen hat, nicht zurück ins Wasser werfen. Diese Aktionen sind allerdings nur kleine Schritte zur Besserung mit minimalen Auswirkungen auf die Problemlage. Das Problem ist dabei, dass sich rund 70% des Plastikabfalls in tieferen Regionen des Ozeans befinden. Also befinden sich nur minimale Anteile des Mülls an Stränden und an der Wasseroberfläche.


Vor zwei Jahren entdeckten japanische Forscher ein vielversprechendes Bakterien-Enzym. PETase soll im Stande sein, Plastik in seine ursprünglichen, ungefährlichen Bestandteile zu zersetzen. Nur wenige Zeit später konnte durch „Protein-Engineering“, einer gezielt herbeigeführten Mutation eines Enzymns, ein noch leistungsfähigeres, schnelleres Enzym synthetisiert werden. 

Forscher geben sich zuversichtlich, dass in kommenden Jahren und mit der Weiterentwicklung der PETase das Enzym sich als ultimative Waffe im Kampf gegen die Plastikmengen beweisen wird. 


Bis dahin liegt es an uns, die Plastikinseln nicht weiter wachsen zu lassen. Auch wenn jeder nur einen kleinen Beitrag leistet, können Tier- und Menschenleben gerettet werden. Und wer weiß? Vielleicht gelingt es uns eines Tages eine biologisch abbaubare Alternative für Plastik zu finden und so das Problem an der Wurzel zu bekämpfen


Tamara Sindel