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Disney ist Hollywoods Nummer 1, heute mehr denn je?

Die Simpsons haben es vor  20 Jahren vorhergesagt. 20th Century Fox ist Teil des Disney Konzerns und nun wird es wohl wahr. Disney hat, wenn das Geschäft wirklich so wie geplant über die Bühne geht, einen Anteil von 40% an allen verkauften Kinotickets. Das bringt Disney eine Art Monopol und ist gleichzeitig ein großer Rückschlag für den aktuell größten Konkurrenten von Disney, nämlich Netflix. Viele Filmfans haben große Bedenken wegen diesem Megadeal, aber ist das auch berechtigt?

 

Das Disney große Anteile an 21th Century Fox kaufen wollte ist schon seit einigen Monaten bekannt, doch in den letzten Wochen hat der Deal seinen Weg genommen. Das Kartellamt der USA hat den Deal genehmigt und auch der Bieterkrieg mit der Konkurrenzfirma ist fürs erste überwunden. Disney hat durch ein erhöhtes Gebot von 71,3 Milliarden Dollar die vorläufige Zusage von Fox erhalten. Vereinbart sind die Übernahme des Film- und Fernsehgeschäfts von Fox. Das beinhaltet nicht nur einige Fernsehsender und Anteile am Streaming dienst Hulu, sondern auch an der Filmproduktionsfirma 20th Century Fox. Behalten wird Fox nur den höchst umstrittenen Fernsehsender Fox News und einige Sportkanäle.

 

Aber was gewinnt Disney dadurch? Vor allem gehört Disney dadurch Anteile an Filmfranchises, die bis jetzt eine klare Konkurrenz zu Disneys hauseigenen Franchises bildeten. Dazu gehören Filme wie Titanic, Akte X, Alien, Stirb langsam, Planet der Affen, Nachts im Museum, Ice Age, die Fliege, Kongfu Panda, Independance Day, der Marsianer, Kevin allein zu Haus, Kingsman, und vor allem die Simpsons. Außerdem wird Disney Besitzer des Avatar Franchises. Der Film Avatar kam 2009 in die Kinos und gilt als der erfolgreichste Film aller Zeiten mit einem Einspielergebnis von circa 2,9 Milliarden Dollar. Vor nicht allzu langer Zeit hat der Regisseur James Cameron angekündigt vier Nachfolgefilme zu schaffen.

 

Disney beherrscht den Blockbuster Markt sowieso fast schon im Alleingang, den sowohl die Marvel Filme als auch Star Wars gehört Disney, die den Kinokalender fast schon alleine dominieren. Durch die Übernahme von 20th Century Fox kann Disney nun auch diese beiden Franchises weiter ausweiten, denn die ersten sechs Star Wars Filme würden damit auch zu Disney gehören. Außerdem könnte sich das Marvel Cinematic Universe weiter ausweiten, denn die Rechte an den X-Men, Deadpool und den Fantastic Four würden ins Hause Marvel zurückkehren und damit eine vielversprechende Zukunft für Marvel bedeuten, auch nach dem Infinity War. Fans freuen sich natürlich über die Zusammenführung des MCU. Es bleibt abzuwarten, was das für das MCU bedeutet.

 

Nun ist Netflix eine immer mehr wachsende Firma, die immer mehr wächst und eine wirklich große Konkurrenz für Disney geworden. Was ist die Lösung für diese Situation seitens Disney. Zum Teil auch dieser Deal. Disney zieht inzwischen sowieso sämtliche Lizenzen von Netflix für ihre Filme ab und plant ihren eigenen Streaming Dienst zu eröffnen. Mit diesem Deal kann Disney den eigenen Streaming Dienst um die Filme von Fox erweitern und gleichzeitig Filme von Netflix abziehen. Netflix arbeitet auch deshalb stark an seinen Eigenproduktionen, in die der Konzern allein im nächsten Jahr sieben Milliarden stecken will. Die Konkurrenz ist dadurch erst einmal eingedämmt.

 

Trotzdem gibt es neben den vielen neuen Projekten, die zweifellos entstehen werden und den Filmmarkt bereichern werden, noch einige Befürchtungen zu äußern. Viele denken das kleine Filme die von Fox produziert wurden in der Sparte 20th Century Fox Searchlight so nicht mehr verwirklicht werden. Zu diesen Filmen gehören zum Beispiel das Schicksal ist ein mieser Verräter oder Florence Foster Jenkins. Solche kleinen aber feinen Filme könnten im Hintergrund verschwinden, denn Disney legt größten Wert auf die Produktion von Blockbuster, die natürlich vom Einspielergebnis nicht zu vergleichen sind mit einem kleinen Film. Diese oft sehr hochwertigen kleinen Filme, die zum Teil auch höchster Qualität sind, könnten also ebenfalls diesem Deal zum Opfer fallen. Außerdem hat Disney durch die alleinige Führung der Filmmarktes keine Konkurrenz mehr und die typischen Probleme einer Monopolstellung könnten auftreten. Disney könnte sich ausruhen und keine neuen Innovationen mehr schaffen, da es niemanden mehr gibt der sie herausfordert und einen Anreiz bietet sich anzustrengen.

Es bleibt abzuwarten, was aus diesem Deal wird und inwieweit sich der Filmmarkt daraufhin verändern wird. Feststeht, dass dieser Deal mit Garantie das Kino auf viele Jahre hin verändern wird.

 

 

Martina Deurer

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