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Geliked, geteilt und kommentiert - Wird die „Social-Media-Propaganda“ in Zukunft unser Denken und Handeln bestimmen?

„Susanna (14): tot, „Flüchtling“ (20): geflüchtet. In diesem Land kommen Mörder und Vergewaltiger nicht nur unbehelligt hinein, sondern auch unbehelligt wieder heraus. Was ist das für ein Land?“ (erschienen auf Facebook von der Partei AfD, Kreisverband Stuttgart) 

Als ich kürzlich durch Zufall auf den oben genannten Beitrag gestoßen bin, stellte ich mir zuerst die Gegenfrage „Was ist das für ein Land oder eine Meinung, das bzw welches pauschalisiert Flüchtlinge für Vergewaltigungen verantwortlich macht?“ Durch eben solche „Propaganda“ kommt immer mehr die Frage auf, ob sie denn in Zukunft vermehrt unser Denken und Handeln bestimmen wird, gerade im Hinblick auf politische Handlungen. 


Bereits im 2. Weltkrieg galt die Medienquelle als eine der Wichtigsten, um den Menschen eine Ideologie oder die Rassenlehre des Antisemitismus zu vermitteln. Diese Propaganda nutzten die Nationalsozialisten selbstverständlich als Vorteil, sodass sie die politische Meinung des Volkes beeinflussen und lenken konnten, dies intensivierte sich vor allem nach den Märzwahlen 1933. Wer sich nun fragt, wie das Ganze funktioniert hat, der soll ganz offen und ehrlich darüber nachdenken, wie oft man schon vor der Fernsehwerbung gesessen hat, begeistert die schön rasierten Beine von Stefanie Giesinger oder die glatte Haut von Thomas Müller gesehen, sich diese Produkte gekauft und im Endeffekt doch Rasierpickel bekommen hat. Und? Bemerkt, was hier passiert ist? Ganz richtig, du wurdest im Unterbewusstsein manipuliert. Und genau so war es auch bei der NS-Propaganda, denn die Menschheit ist wahnsinnig manipulativ und beeinflussbar. Wenn man nun also einen solchen Spruch einer Partei auf Facebook liest, wird man dann nicht indirekt sofort auch beeinflusst? Schließlich handelt es sich hier um eine kurze, prägnante und einprägsame Message, die vermittelt wird. Vor allem die AfD ist stark vorne dabei, ihre eigenen Pressemitteilungen via Facebook und Co. zu vermitteln, was besonders Gefahren für Personengruppen birgt, die sich nicht ausreichend über andere Kanäle und verschiedene Meinungen informieren. Vielleicht nahm das ja auch mitunter Einfluss auf die letzte Bundestagswahl - man weiß es nicht. 


Aber eines ist ganz klar - sapere aude! Habe Mut, Dich Deines eigenen Verstandes zu bemächtigen, bilde Dir eine eigene Meinung, mit Informationen aus verschiedenen Quellen und lasse Dich nicht von einem Facebookbeitrag, der vielleicht im ersten Moment schockierend klingen mag, überzeugen. Denn nur so kann sie funktionieren und leben, indem Du Dir Deine ganz eigene Meinung bildest und diese auch vertrittst- die Demokratie!


Lena Osterried 

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