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Auslandsjahr - Wie kann es gelingen?

Ein Jahr im Ausland, egal ob im Studium oder in der Schulzeit, ist ein Traum von Vielen. Andere Kulturen kennenlernen, die eigenen Sprachkenntnisse verbessern oder einfach nur raus aus dem heimischen Schulalltag, jeder Austauschschüler hat seine eigenen Gründe. In letzter Zeit hört man allerdings immer wieder von sehr, sehr schlechten Erfahrungen von ehemaligen Bewerbern oder Schülern, die eine Zeit im Ausland verbracht haben. Deshalb stellt man sich die Frage: Wie kann ein Auslandsjahr eines der schönsten, unvergesslichsten Jahre im Leben werden? 

Im Folgendem werde ich zu größten Teilen aus eigener Erfahrung als ehemaliger Austauschschüler und Ehrenamtlicher einer Austauschorganisation, also auch aus den Erfahrungen anderer Schüler sprechen. Es soll aber auf keinen Fall eine Werbung sein, da mein größtes Anliegen ist, dass jeder, der ein Jahr im Ausland verbringen will, möglichst nur gute Erfahrungen macht, egal mit welcher Organisation. 

Wenn man sich für ein Auslandsjahr interessiert ist, aber noch nicht viele Vorstellung davon hat, hilft es oft sich online oder an eine der Auslandsjahr Messen in der Nähe im breiten Feld der Organisationen umschauen. Es gibt unglaublich viele Organisationen, mit unterschiedlichen Schwerpunkten, Ländern, Auswahlmöglichkeiten und Preisen. Bei vielen Schülern ist es so, dass sie es früh im Gespür haben, welche Organisation zu ihnen passt. Allerdings gibt es viele Dinge zu beachten, vor allem sollte man sich über die eigenen Erwartungen Gedanken machen. Kann die Organisation das bieten, was ich mir von meinem Auslandsjahr wünsche: Welches Austauschland kommt für mich in Frage? Bietet die Organisation Regionen- oder Staatenwahl an? Suche ich eine kleine oder große Organisation? Stimmt das Preis-Leistungs-Verhältnis? Wie ist die Vorbereitung auf das Ausland und die Heimkehr? Wie gut ist die Betreuung im Ausland? Weitergehend hilft es vielen, sich Erfahrungsberichte der Ehemaligen durchzulesen, hier bekommt man oft einen guten Einblick in die Struktur der Organisation und auch in die jeweiligen Gastländer. Dies ist besonders empfehlenswert, wenn man beispielsweise zwischen zwei oder drei Organisationen schwankt. 

Wenn man sich dann entschieden hat, geht es auch gleich zur Bewerbung und meist einem folgenden Auswahlgespräch. Im Frühling vor dem Flug ins Ausland, bieten viele, manchmal auch verpflichtend, eine Vorbereitungstagung an. Die Dauer dieser Tagungen variiert von einem Nachmittag bis hin zu einer Woche. Manche Dinge, die man dort mit auf den Weg bekommt und nicht so recht versteht, werden im Ausland wichtig und anwendbar. Die Tagungen sind sehr wichtig, falls also die Möglichkeit besteht teilzunehmen, sollte man das auf jeden Fall tun. 

Letztlich ist aber zum Gelingen des Auslandsjahres immer der Schüler selbst verantwortlich. Er hat die Macht, sich in jeder Lage seines Entscheidungs- und Bewerbungsvorgangs und während seinem Auslandsjahr für den weltoffenen Weg zu entscheiden. Jeder kann das beste aus seinem Jahr machen. Persönlich kenne ich Schüler, die in ihrem Jahr drei mal die Gastfamilie gewechselt haben, es aber immer noch  das schönste Jahr ihres Lebens nennen. Ein Auslandsjahr fordert unglaublich viel von einem selbst. Von jetzt auf gleich steht man auf dem Boden eines anderen Landes, einer anderen Mentalität, Kultur und Sprache und das alles allein. Ohne die Offenheit, alles so zu nehmen wie es kommt, es nicht dauernd mit zu Hause zu vergleichen und die Einsamkeit zu neuen Freunden und einer neuen Familie zu machen, ist es fast unmöglich.

 Ich möchte meinen Artikel gerne mit einem Zitat von Walt Disney beenden, das mein Auslandsjahr geprägt und leichter gemacht hat: If you can dream it, you can do it. 


Eva Stadler

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