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Warum wir heute frei haben

 

 

Deutschlands arbeitende/ schulpflichtige Bevölkerung freut sich. Endlich mal wieder ein freier Tag mitten unter der Woche. Zum ausschlafen, entspannen, nichts tun und vielleicht für den ein oder anderen auch ein Tag mit mehr Zeit zum lernen, so kurz vor dem Abi. Klar, die Rede ist vom Maifeiertag, dem Tag der Arbeit. Aber warum feiern wir ihn genau am 1. Mai und welche Bedeutung hatte und hat er für die Gesellschaft, damals wie heute?

 

Alles fing damit an, dass 1889 auf dem internationalen Arbeiterkongress in Paris beschlossen wurde, dass es an einem Tag in mehreren Ländern gleichzeitig Kundgebungen geben sollte, auf welchen die Arbeiter den acht-Stunden-Tag fordern sollten. Es war nämlich nicht unüblich, dass viele Menschen elf bis dreizehn Stunden täglich arbeiten mussten.

 

Die Idee vom acht-Stunden-Tag hatte es allerdings schon zuvor gegeben. Nämlich in den USA, wo 1886 am 1. Mai in Chicago ein Generalstreik mit genau dieser Forderung begann. Der 1. Mai galt dort damals „Moving day“, der Tag, an dem Verträge abgeschlossen und aufgehoben wurden, was oft auch einen Wohnungswechsel mit sich brachte. Doch die Lage eskalierte, mehrere Menschen kamen bei einem Bombenschlag durch Anarchisten und einer anschließenden Schießerei ums Leben. Mit diesem Vorfall war der Kampf um den acht-Stunden-Tag allerdings nicht beendet. Für den 1. Mai 1890 wurden erneut Streiks angekündigt, denen sich der internationale Kongress in Paris also anschloss. Somit gab es die Kundgebungen nicht nur in den USA, sondern zum Beispiel auch Frankreich und Deutschland. Diese wurden dennoch nicht von allen begrüßt. In Deutschland reagierten Unternehmen mit der Entlassung von Arbeitern.

 

Später im Nationalsozialismus machten sich die Nazis den Tag zueigen und nutzten ihn zu Propagandazwecken. Auch in der DDR wurden anlässlich des Maifeiertages Paraden inszeniert.

 

Heute ist der 1. Mai in vielen Ländern auf der ganzen Welt gesetzlicher Feiertag.

 

von Catharina Bierl

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