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Bossaball-DIE neue Trendsportart?


Viele Menschen planen jetzt ihren Sommerurlaub. Wer dabei nicht nur an einen Strandurlaub und Erholung denkt, sondern in seinen Ferien auch gerne einmal neue Kulturen oder Sportarten kennenlernen möchte, für den empfielt sich ein Urlaub im sonnigen Spanien: Dort lassen sich Meer, Strand und Erholung gut mit der neuen Trendsportart Bossaball vereinen. 

Bossaball ist eine Teamsportart, bei der zwei Mannschaften zu je 2-5 Spielern am Strand bei einer Kombination aus Volleyball, Fußball, Turnen und Akrobatik gegeineinander antreten. Ihre Anfänge nahm die Sportart im Jahr 2003, als der gebürtige Belgier und ehemalige Spieler der belgischen Tennis-Nationalmannschaft Filip Eyckmans mit der Entwicklung dieser neuen Sportart begann. Dabei ließ er sich auf seinen zahlreichen Reisen nach Brasilien sowohl vom afro-amerikanischen Kampftanz Capoeira, als auch von der dortigen Strandkultur, zu der Fußball, Volleyball, Tänze und Musik gehören, inspirieren und machte alle dort gewonnenen Eindrücke zu essentiellen Elementen der Sportart. Bei der Namensgebung orientierte sich Eyckmans am brasilianischen Tanz „Bossa nova“, was übersetzt so viel wie „neue Welle“ bedeutet. 

Bossaball begeistert immer mehr Menschen auf der Welt, deshalb sollen die grundlegenden Spielregeln, der Aufbau des Spielfelds und das Ziel des Spieles im Folgenden erklärt werden.

 Gespielt wird Bossaball auf einem 18 mal 14 Meter großen Luftkissen, welches in der Mitte durch ein höhenverstellbares Netz geteilt wird. Kurz vor diesem Netz ist auf beiden Seiten des Spielfeldes ein rundes Trampolin mit einem Durchmesser von 3,45 m eingelassen, welches vom sogenannten „Bossawall“ umrandet wird. Außerdem ist das Feld mit einer Sicherheitszone umgeben. Im Spiel stehen sich die beiden Mannschaften, die bei internationalen Wettkämpfen aus maximal vier Spielern pro Team bestehen dürfen, gegenüber. Dabei nimmt jeweils ein Spieler die Position auf dem Trampolin ein, während der Rest sich auf das gesamte Feld verteilt. Zu Beginn wirft oder tritt der Spieler des aufschlagenden Teams den Ball in die Luft und versucht, diesen durch einen Schuss mit dem Fuß oder einen Schlag über das Netz auf die andere Spielfeldhälfte zu befördern. Nun muss die gegnerische Mannschaft mit einer Kombination aus maximal 5 Ballkontakten versuchen, den Ball über das Netz zurück zu spielen, wobei sie den Ball mit jedem beliebigen Körperteil berühren dürfen. Beispiele für Schläge wären der „Volley Touch“ oder der „Soccer Touch“. Während des Spiels dürfen die Spieler ähnlich wie beim Volleyball das Netz nicht berühren und müssen immer mit mindestens einem Körperteil auf der eigenen Spielfeldhälfte bleiben. Der Ballwechsel endet, wenn eine der Mannschaften mit dem Ball entweder das gegnerische Spielfeld oder das darin enthaltene Trampolin treffen, beziehungsweise eine Mannschaft den Ball nicht innerhalb der erlaubten fünf Ballberührungen auf die andere Spielfeldhälfte befördert. 

Sieger des Spiels ist das Team, welches zuerst 25 Punkte erreicht und dabei einen Vorsprung von mindestens 2 Punkten inne hat. Für die Punktevergabe ist entscheidend, ob das Spielfeld oder das Trampolin einer Mannschaft getroffen wird und ob der Punkt als „Volley Touch“ mit der Hand, oder als „Soccer Touch“ mit dem Fuß erzielt wird. Zum Beispiel gibt es bei einem Trampolintreffer mit dem „Soccer Touch“ fünf Punkte, der gleiche Treffer mit dem „Volley Touch“ bringt allerdings nur drei Punkte. Im Falle eines gegnerischen Fehlers gewinnt das andere Team ebenfalls einen Punkt dazu.

Die Musik spielt beim Bossaball eine besonders wichtige Rolle. Der sogenannte „Samba Referee“ ist zuständig für die passende Musik. Hierfür ist er mit einer Flöte, einem Mikrofon, Perkussions und einem DJ-Pult ausgestattet und sorgt für gute Stimmung bei den Spielern und den Zuschauern. Darüber hinaus hat er gleichzeitig auch die Schiedsrichterfunktion inne und entscheidet somit über die Punktevergabe und überwacht das Spiel. 

Inzwischen gibt es Bossaball-Vereine in vielen Ländern, die untereinander internationale Turniere austragen. Ein Beispiel hierfür ist das zeitgleich zur Sommerolympiade 2016  ausgetragene Turnier in Rio de Janeiro. Auch in Deutschland gibt es viele aktive Spieler, allerdings existiert bis jetzt noch kein übergreifender Verband, wie in vielen anderen Ländern. Es lässt sich aber beobachten, dass die Sportart auch in Deutschland immer populärer wird und es ist zu erwarten, dass sie sich in den nächsten Jahren noch weiter ausbreitet und etabliert.


Ida Sailer

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