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Plastikinseln - der neue Kontinent

Der „Great Pacific Garbage Patch“ (dt. „großer Pazifikmüllfleck“), kurz GPGP, ist die weltweit größte Ansammlung von Müll in Ozeanen. Er befindet sich zwischen Kalifornien und Hawaii. 


Was ist der GPGP?


Schätzungsweise gelangen jährlich zwischen 1,15 und 2.41 Tonnen Plastikmüll durch Flüsse in die Meere. Mehr als die Hälfte davon besitzt eine niedrigere Dichte als Wasser, was bedeutet, dass der Müll an der Wasseroberfläche schwimmt. Das Plastik wir hinaus ins Meer getrieben, wo es sich insbesondere in einigen Meeresdriftströmen sammelt, wie auch im Nordpazifikwirbel zwischen Kalifornien und Hawaii, wo sich die größte Plastikinsel befindet. Wenn der Müll dort einmal angelangt sind, bleibt er dort, wo das Plastik durch Einflüsse wie Sonne, Wellen und Meereslebewesen zu Mikroplastik zersetzt wird.


Die Oberfläche des „Great Pacific Garbage Patch“ wird auf 1,6 Quadratkilometer geschätzt, was der dreifachen Fläche von Frankreich entspricht. Wegen sich saisonal und jährlich ändernden Winden und Strömungen verändert sich Form und Ort des GPGPs, was zur Folge hat, das der Ort nur ungefähr angegeben werden kann.


Die Masse der Plastikinsel wird auf 80.000 Tonnen geschätzt, 4-16 mal schwerer als bisher angenommen. Das entspricht dem Gewicht von 500 Jumbo Jets. In diese Zahl sind allerdings manche äußere Regionen nicht mit einberechnet, weshalb Forscher die Masse insgesamt auf 100.000 Tonnen schätzen. 


Welche Auswirkungen hat das auf Menschen und Tiere?


Wenn sich das Plastik zu Mikroplastikpartikeln zersetzt, ist es extrem schwer diese aus dem Wasser zu entfernen. Außerdem können Meerestiere das Mikroplastik mit Nahrung verwechseln. Durch die Aufnahme des Plastiks und den darin enthaltenen  Chemikalien ist ihre Gesundheit, ihr Verhalten und sogar ihre Existenz gefährdet. Zum Beispiel bestand die „Nahrung“ von im GPGP gefangenen Meeresschildkröten aus bis zu 74% aus Plastikpartikeln. Die Chemikalien, die die Tiere aufnehmen gelangen durch die Nahrungskette auch zum Endkonsumenten: dem Menschen.


Ein weiteres großes Problem stellen im Meer entsorgte Fischernetze dar, weil es gefährlich wird, wenn Tiere in die Netze schwimmen und sich nicht mehr befreien können, was zu schweren Verletzungen oder zum Tod der Tiere führen kann.


Fest steht, wenn der Mensch sein Verhalten nicht ändert, wächst der giftige neue „Kontinent“ weiter. Der Schaden ist enorm. Die Priorität sollte neben dem richtigen Entsorgen von  schon in den Ozean vorhanden Plastik vor allem auf nachhaltiges Recycling des Plastikabfalls gelegt werden, um uns und alle anderen Lebewesen auf diesem Planeten zu schützen.


Tamara Sindel