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Was verbirgt sich hier unter der Erde?

Die Ausgrabungsstätte am Stadttheater mit den Resten der mittelalterlichen Stadtmauer.
Die Ausgrabungsstätte am Stadttheater mit den Resten der mittelalterlichen Stadtmauer.

Seit Sommer 2017 stehen nun die weißen Zelte der Archäologen der Stadtarchäologie neben dem Stadttheater.

Aber was,wird dort genau gemacht und was ist dort zu sehen?

Das Gebiet wird in mehrere Flächen, wie in einem Raster, aufgeteilt und dann nacheinander untersucht, dabei werden die darunterliegenden Erdschichten, welche aus den verschiedenen Epochen stammen, nach und nach abgetragen.

Jede einzelne Schicht wird nach Fundstücken und Bodenbeschaffenheit untersucht.

Bei den Fundstücken handelt es sich jedoch meist nur um alte Knochen und Scherben, nur selten ist etwas besonderes, wie Münzen oder ähnliches dabei.

Die Schichten und die Fundstücke werden daraufhin von den Archäologen analysiert, dokumentiert, zeitlich eingestuft und in Zeichnungen, sowie Skizzen festgehalten.

Am Stadttheater ist der Ablauf identisch, zwei Flächen werden jeweils gleichzeitig untersucht und mit den markanten weißen Zelten überdacht, dadurch kann bei jedem Wetter gegraben werden, auch bei Kälte, dort halten mobile Gasheizungen das Innere warm.

Die Archäologen haben dort bislang Reste der ehemaligen Fassade des Theaters aus dem 19. Jahrhundert und die Fundamente der Augsburger Stadtmauer gefunden.

Die Mauer wurde im 13. Jahrhundert gebaut und 1868 geschliffen.

Von den Römern wird man dort aber vermutlich nichts finden, da das Gebiet nicht innerhalb der einstigen Römerstadt „Augusta Vindelicorum“ liegt.

Die schönen alten Mauerreste werden jedoch nicht lange das Tageslicht sehen, im Zuge der Theatersanierung entsteht nämlich auf diesem Areal ein neues Gebäude mit Unterkellerung, in der Folge müssen die Mauern weichen.

Umso wichtiger ist es das die Archäologen alles genau untersuchen und dokumentieren, sodass diese Untersuchungen auch ihren Zweck erfüllen und für die Nachwelt erhalten bleiben.


von Florian Backeler