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And the Oscar goes to ...

Am 4. März werden in Los Angeles zum 90. Mal die Oscars vergeben. In Deutschland kann man dieses Ereignis live vor dem Fernseher verfolgen. Um dreiviertel eins mitten in der Nacht zum Montag. Doch trotzdem wird diese Verleihung wieder mit großem Interesse verfolgt werden, denn es ist selten so spannend gewesen.

 

Die diesjährigen Oscars werden mit großer Spannung erwartet, nicht nur wegen den großartigen Filme die gekürt werden sollen, sondern auch wegen den zahlreichen Skandalen die Hollywood zur Zeit verarbeiten muss. Zum einen ist da die Panne von der letzten Oscarverleihung, die für viel Wirbel gesorgt hat. Dass statt Moonlight als Sieger in der Kategorie bester Film erst La La Land verkündet wurde war der große Aufreger. Zusätzlich gibt es immer wieder Diskussionen über die Bevorzugungen von Weißen bei den Oscars, was jedes Jahr wieder angesprochen wird, doch dieses Jahr nicht im Fokus steht. Die MeToo Debatte hat im letzten Jahr für viel Aufregung gesorgt und ist definitiv das wichtigste Thema des Jahres. Wie mit dieser Thematik bei den Oscars umgegangen wird bleibt abzuwarten.

 

Abseits dieser Skandale stehen bei diesen Oscars natürlich die filmischen Leistungen des Jahres im Vordergrund. Das vergangene Kinojahr bot auf jeden Fall einige Filme die absolut sehenswert sind. Die nominierten Filme sind schon seit einiger Zeit bekannt gegeben. Zwar sind in der Kategorie bester Film nicht die absoluten Kassenschlager des Jahres dabei, aber trotzdem haben die beiden Filme die am meisten Geld in die Kinokassen gespült haben sich einige Nominierungen verdient. Beauty and the Beast hat als zweit erfolgreichster Film des Jahres zwei Nominierungen abgestaubt und Star Wars 8 gleich vier. Darunter ist natürlich, fast obligatorisch, John Williams Filmmusik für Star Wars nominiert. Auch hat Hans Zimmer, der schon die Musik für die Fluch der Karibik Filme und die Batman Filme von Christopher Nolan komponiert hat, eine Nominierung für seine Musik in Dunkirk erhalten. Auch Alexandre Desplat, der auch für die letzten beiden Harry Potter Filme komponiert hat, hat eine Nominierung für seine Arbeit bei The Shape of Water erhalten.

 

Für die Kategorie bester Film sind neun Filme nominiert. Alle Filme sind gut und sehenswert, trotzdem kann man schon im Vorfeld vier Favoriten festlegen, die noch einzeln vorgestellt werden.

 

Darkest Hour

 

Dieser Film heißt zu Deutsch „Die dunkelste Stunde“. Er ist mit 6 Nominierungen auf dem vierten Platz der Favoriten. Der Film spielt in einer hoch spannenden Zeit in Großbritannien. 1940 tobt der zweite Weltkrieg. Nachdem der Premierminister in Großbritannien Neville Chemberlain abgetreten ist, wird der Nachfolger Winston Churchill. Er steht vor der Herausforderung entscheiden zu müssen, ob Großbritannien gegenüber dem Deutschen Reich kapituliert oder ob er weiter Krieg führen will. Währenddessen sind in der französischen Hafenstadt Dünkirchen 400.000 Soldaten von der Wehrmacht eingekesselt. Churchill ist bei dem König und bei vielen Politikern sehr unbeliebt, nicht nur weil er eine charakterlich sehr wandelbare Person ist. In dieser dunkeln Zeit muss Winston Churchill sein gespaltenes Volk vereinen und dafür kämpfen auf keinen Fall zu kapitulieren. Gary Oldman, der vor allem bekannt ist für seine Rolle als Sirius Black in den Harry Potter Filmen und als James Gordon in der Batman Trilogie, spielt Winston Churchill. Oldman liefert hier eine unglaublich gute Leistung ab, die höchstwahrscheinlich mit dem Oscar für den besten Schauspieler honoriert werden wird. Dieser Film zeigt die andere Seite des Filmes der als Nächstes vorgestellt werden soll.

 

Dunkirk

 

Das neue Meisterwerk von Starregisseur Christopher Nolan, der eine Garantie für gute Filme bedeutet, hat nach der Batman Trilogie, Inception und Interstellar ein weiteres Meisterwerk abgeliefert. Dieser Kriegsfilm spielt im Mai 1940 in der französischen Hafenstadt Dünkirchen, auf englisch Dunkirk, wo während des zweiten Weltkrieges 400.000 Soldaten von der deutschen Wehrmacht eingekreist sind. Diese ausweglose Situation, bei der die Soldaten glaubten zwischen verhungern oder verdursten und erschossen werden wählen konnten, wird aus drei verschiedenen Perspektiven geschildert. Dieses Kriegsdrama ist ein einmaliger Film, der auf Brutalität größtenteils verzichtet, denn er ist ab zwölf Jahren freigegeben. Dieser Film ist zweiter mit 8 Nominierungen

 

Three Billboards outside Ebbing, Missouri

 

Eine Kleinstadt in USA. Die Tochter von Mildred Hayes wird vergewaltigt und ermordet. Die Mutter kann es nicht ertragen, dass das Leben um sie herum einfach weiter geht. Daraufhin mietet sie drei Werbeschilder vor dem Ort auf die sie provokante Sprüche schreibt, die gegen die örtliche Polizei gehen. Daraufhin hat die Polizei der Stadt keine Ruhe mehr und viele der Bewohner protestieren gegen diese Schilder. Daraufhin beginnt eine unglaubliche und unvorhersehbare Handlung ihren Lauf zu nehmen. Die Mutter wird verkörpert von Frances McDormand, die dafür eine Nominierung für die beste Hauptdarstellerin erhalten hat. Außerdem spielen in diesem Film noch Woody Harrelson, der unter anderem in die Tribute von Panem mitspielte und Sam Rockwell mit, die beide eine Nominierung für den besten Nebendarsteller erhalten haben. Zusätzlich hat Peter Dinklage eine kleine Rolle, was alle Game of Thrones Fans begeistern wird, denn dort spielt er Tyrion Lennister. Dieser Film hat eine unglaubliche Erzählweise und eine unglaublich gut geschriebenes Drehbuch, was ihn zu einem Film macht, den jeder gesehen haben sollte. Er ist zwar an dritter Stelle mit sieben Nominierungen, doch ist er in der Kategorie bester Film direkter Konkurrent zum nun folgenden Film.

 

The Shape of Water

 

Mit 13 Nominierungen ist dieser Film die absolute Nummer eins des Jahres. Während des kalten Krieges arbeitet die stumme Elisa in einem geheimen US Labor als Putzkraft. Dort macht sie die Bekanntschaft mit einem Fischwesen und entwickelt zu ihm eine Freundschaft. Dieses will in die Freiheit, darf aber nicht in die Hände der Feinde gelangen. Dieser Film wirkt wie ein Märchen, ist sehr romantisch und fesselnd. Die Hauptdarstellerin Sally Hawkins ist für ihre Leistung als beste Hauptdarstellerin nominiert. Da sie eine stumme Frau spielt bringt sie hier das Schauspiel auf eine andere Ebene, weil sie sich ja nicht durch Sprache ausdrücken kann. Dieser Film stammt vom mexikanischen Regisseur Guillermo del Toro und ist der einzige der vier Filme, der noch nicht in den Kinos lief, doch er startet in ein paar Tagen am 14. Februar.

 

Alle diese Filme sind Meisterwerke und man sollte sich jeden  einzelnen davon ansehen. Die Spannung, welcher dieser Filme der beste dieses Jahres wird bleibt bis 4. März. Während dieser Zeit kann man alle vier Filme vielleicht noch ansehen. Jedenfalls kann man sich jetzt schon auf den Moment freuen in dem es wieder einmal heißt: „And the Oscar goes to …“

 

Martina Deurer

 

 

 

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