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Feuer und Flamme für Olympia



27 Tage war es unterwegs. 16000 km musste es zurücklegen. Zuerst mit dem Flugzeug dann in den Händen von 7500 Fackelträgern bis es endlich in Pjöngjang dem Austragungsort der Olympischen Winterspiele des Jahres 2018 ankam – das olympische Feuer, mit dem bei der Eröffnungszeremonie die während der Spiele durchgehend lodernde olympische Flamme entzündet wird. Weshalb dieser Aufwand? Hätte es ein Feuerzeug nicht auch getan? Nein – Hier geht es nicht um irgendein Feuer sondern, um das olympische Feuer und der damit verbundenen Symbolik. Schon bei den antiken Olympischen Spielen brannte ein Feuer zu Ehren der Göttin Hestia als Symbol für den Frieden, denn während der Spiele war es verboten Krieg zu führen. Ein solches Feuer kann auch nicht einfach mit dem Streichholz entzündet werden. Der Ursprung der Flamme soll vielmehr der griechische Sonnengott Apollo sein, sodass die Flamme mithilfe eines Parabolspiegels und der Sonne entzündet wird. Dies funktioniert aber nicht immer. Weil dieses Jahr am offiziellen Entzündungstag die Sonne wolkenverhangen war musste man auf das bei der Generalprobe am Vortag erzeugte Feuer zurückgreifen. Um sicherzustellen dass die Flamme während ihrer langen Reise nicht ausgeht wird immer eine Mutterflamme in einer windgeschützten Laterne mit geführt um notfalls eine ausgegangene Fackel erneut entfachen zu können, ohne den Weg zurück nach Olympia nehmen müssen. 


Pikanter Weise wurde der 1. olympische Fackellauf von den Nationalsozialisten anlässlich der Olympischen Spiele im Jahre 1936 inszeniert. Heute ist er fester Bestandteil des Olympischen Geschehens. Am Ende des Fackellaufes wird als Höhepunkt der Eröffnungsfeier mit der brennenden Fackel ein großes Feuer im Olympiastadion entflammt. Am Ende der Spiele wird sie wieder feierlich gelöscht. Nicht wenige werden sich aber wünschen, dass dieses Symbol des Friedens gerade auf der koreanischen Halbinsel ewig weiterbrennen möge.


Carolina Deuringer