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Achtung: Highlight kann tödlich sein

Das Highlighter-Geschäft boomt. Jeder will konturierte Wangenknochen wie Kylie Jenner oder Rihanna. Doch wer ahnt, dass ein scheinbar so harmloses Glimmerpuder eine tödliche Schattenseite mit sich zieht? 


Was viele Leute nicht wissen: Zulieferer und Händler von Mikamit, auch unter dem Namen „Glimmer“ bekannt und ein beliebter Inhaltsstoff von Kosmetikprodukten, beuten Kinderarbeiter aus, um die Produktionskosten niedrig zu halten.


Glimmer wird schon seit dem 14. Jahrhundert benutzt, um uns zu „verschönern“, nur mit dem Unterschied, dass im Mittelalter die Arbeiter für die Gewinnung von Glimmer wohl nicht unter den selben Bedingungen arbeiteten als heutzutage, damit wir möglichst kostengünstig unseren Idolen nachahmen können.


Ein Großteil des Mikamits auf dem Weltmarkt stammt aus Indien, 75% davon aus illegalen Minen, in denen die gesetzlich vorgeschrieben Arbeitsverhältnisse nicht beachtet werden. So arbeiten zum Teil schon sechs-Jährige in den Minen, obwohl laut dem indischen Gesetz Kinder unter 14 gar keiner und Kinder über 14 Jahre nur  nicht-gesundheitsgefährdender Arbeit nachgehen dürfen. Die Arbeit in den Minen kann auch zu lebensbedrohlichen Krankheiten führen, z.B. einer Staublunge, die durch das Einatmen des Minenstaubs entstehen kann.


Neben der Kosmetikindustrie wird Glimmer auch in der Automobilbranche genutzt. So konnten international bekannten Automobilherstellern wie Volkswagen und BMW Verbindungen zu solchen illegalen Minen nachgewiesen werden.


Schätzungen zufolge arbeiten im Moment rund 20.000 Kinder in illegalen Minen in den indischen Regionen Jharkhand und Bihar, die unter der extremen Armut leiden. Das Problem liegt bei den Niedriglöhnen der Eltern, die allein nicht für die Ernährung der Familie ausreichen. So bleibt den Familien keine Wahl, ihre Kinder auch in die Minen zu schicken anstatt zu Schule. Und so ergibt sich ein ewiger Kreislauf, da die Kinder der Armutsfalle ohne vernünftige Bildung nicht entkommen können und so werden auch sie später einmal ihre Kinder in die Minen schicken müssen, damit ihre Familie genug Geld zum Überleben hat.


Tamara Sindel