· 

Haben wir aus Berlin gelernt?

 

Nach dem Anschlag auf einen Berliner Weihnachtsmarkt vor einem Jahr, stand bei der Planung der Weihnachtsmärkte in diesem Jahr im Vordergrund, alle Maßnahmen zu ergreifen, um eine Wiederholung eines solchen Schreckensszenarios zu verhindern. 

 

Nach dem Anschlag auf einen Berliner Weihnachtsmarkt im Dezember 2016 bezeichneten Experten die Sicherheitsvorkehrungen auf deutschen Christmärkten als „unstrukturiert“ und „mangelhaft“. Die deutschen Behörden hätten nach dem Anschlag in Nizza die  Sicherheitsmechanismen auf Großveranstaltungen immens anheben müssen, hätten dies allerdings „verschlafen“.

 

Damit die Besucher unbesorgt auf den Weihnachtsmärkten eine Tasse Glühwein genießen und in adventliche Stimmung kommen können, begannen die Veranstalter schon früh mit den Planungen der Sicherheitsmaßnahmen. 

Das Aufstellen von Wassertanks oder Betonklötzen schien für die meisten Veranstalter die beste Möglichkeit, eventuelle LKW- Attentate zu verhindern. Die Versuche, die von der Dekra durchgeführt wurden, zeigten allerdings, dass Hindernisse dieser Art keinen Schutz gewährleisten.  Im Gegenteil: Die Betonklötze, die durch den Aufprall verschoben werden, können einen größeren Schaden verursachen, als der LKW allein. 

Eine weitere Maßnahme, die Veranstalter in diesem Jahr ausbauen wollen, ist die Videoüberwachung des Geländes. Die Veranstalter

 

und die Polizei erhoffen sich dadurch eine schnellere Aufklärung eines Attentats, doch gilt diese Maßnahme nicht der direkten Verhinderung eines Anschlags. 

Die sinnvollsten Aspekte der Sicherung sind laut Experten eine erhöhte Präsenz von Polizei und privatem Sicherheitspersonal, die sich im Vergleich zum Vorjahr verdoppeln soll. Einige Veranstalter ordneten zusätzlich Taschen- und Zugangskontrollen an. 

 

Die dadurch verursachten Kosten sorgten für Spannungen zwischen Politik und Veranstaltern. Das Gericht entschied auf eine Klage des Veranstalters des Weihnachtsmarktes am Schloss Charlottenburg hin, dass, zumindest in diesem Fall, der Bezirk für die Kosten der Anti-Terror-Maßnahmen aufkommen muss, da der Veranstalter „nicht in zurechenbarer Weise die Gefahr eines Anschlages“ verursacht. 

 

In Augsburg erklärten sich einige Stand-Besitzer dazu bereit, ihre Transporter schwer zu beladen und diese als Barrieren zur Verfügung zu stellen. So wurden nur vereinzelt andere Hindernisse benötigt.

 

 

Fest steht, dass sich Vorfälle, wie in Berlin, nie ganz verhindern lassen können. Es können lediglich die Verbrechensaufklärung vereinfacht und der Schaden begrenzt werden.

von Tamara Sindel

Kommentar schreiben

Kommentare: 0